Heretical - Early Access Version

PC, Shadow PC

Am 30. Oktober 2024 erschien das Rogue-lite des Entwicklers Three Swords Studio und Publishers : Ultimate Games S.A. als Early Access Version, bei dem du nicht nur ums Überleben kämpfst, sondern dich weiter entwickelst durch den Tod. In meiner Review erzähle ich dir mehr.

Story & Handlung

Die Story steht klar am Anfang und ist einer der wichtigsten Bestandteile von Heretical. Du findest dich in einer fanatisch geprägten Umgebung wieder, in der Glaube, Schuld und Bestrafung eine zentrale Rolle spielen. Die Handlung wird nicht offen erklärt, sondern entfaltet sich über Umgebungen, Symbole, kurze Texte und Ereignisse. Vieles bleibt bewusst vage, was gut zur Thematik passt. Du beginnst nach und nach zu verstehen, dass hier etwas grundlegend falsch läuft und dass du selbst Teil dieses Systems bist – ob als Opfer, Beobachter oder Mitverantwortlicher. Die Geschichte setzt weniger auf klassische Wendepunkte und mehr auf ein stetig wachsendes Gefühl von Unbehagen. Wenn du bereit bist, zwischen den Zeilen zu lesen, entfaltet die Story eine unangenehme, aber wirkungsvolle Tiefe.

Gameplay:

Spielerisch bleibt Heretical eher reduziert. Du erkundest deine Umgebung, interagierst mit Objekten und löst kleinere Aufgaben, um voranzukommen. Kämpfe oder actionreiche Passagen stehen nicht im Vordergrund. Stattdessen lebt das Gameplay von Spannung, Orientierungslosigkeit und dem Gefühl, beobachtet oder bewertet zu werden. Die Steuerung ist funktional, wirkt aber stellenweise etwas steif. Das Spieltempo ist langsam und zwingt dich dazu, aufmerksam zu bleiben. Wer Abwechslung oder spielerische Herausforderungen sucht, könnte das Gameplay als zu simpel empfinden. Heretical überzeugt vor allem durch seine dichte Atmosphäre und seine kompromisslose Thematik. Story, Sound und visuelle Gestaltung greifen gut ineinander und erzeugen ein klares Gefühl von Unbehagen. Das Spiel traut sich, unangenehme Themen anzusprechen und dem Spieler keine einfachen Antworten zu geben. Das Gameplay ist sehr simpel und bietet wenig Abwechslung. Technisch und grafisch bleibt das Spiel auf einem eher einfachen Niveau. Außerdem ist die Story stark interpretationsabhängig, was nicht jeden abholen dürfte. Wer klare Erklärungen oder klassisches Horror-Gameplay erwartet, könnte enttäuscht sein.

Grafik und Sound:

Grafisch setzt Heretical auf einen düsteren, oft sehr reduzierten Stil. Dunkle Räume, harte Kontraste und religiöse Symbolik bestimmen das Bild. Technisch ist die Präsentation eher einfach, doch genau diese Rohheit unterstützt die Atmosphäre. Kleine visuelle Effekte und gezielte Verzerrungen werden sparsam eingesetzt, um emotionale Wirkung zu erzeugen. Hochwertige Texturen oder komplexe Animationen stehen klar nicht im Fokus. Der Sound ist eine der größten Stärken des Spiels. Unangenehme Geräusche, leises Flüstern, entfernte Klänge und plötzliche akustische Veränderungen sorgen für konstante Anspannung. Musik wird nur sehr sparsam eingesetzt, wodurch Stille oft fast bedrohlich wirkt. Der Sound trägt maßgeblich dazu bei, dass sich Heretical durchgehend beklemmend anfühlt, besonders mit Kopfhörern.

Trailer

 


Fazit

Heretical ist ein konsequent unangenehmes, atmosphärisches Horrorspiel, das mehr über Stimmung und Themen funktioniert als über Gameplay. Du bekommst eine düstere, religiös geprägte Erfahrung, die bewusst Fragen offenlässt und lange nachwirkt. Spielerisch bleibt das Erlebnis einfach, doch Sounddesign und Atmosphäre tragen das gesamte Spiel. Wenn du psychologischen Horror magst und dich auf schwere Themen einlassen kannst, ist Heretical eine intensive Erfahrung. Wer hingegen spielerische Tiefe oder klassische Unterhaltung sucht, sollte seine Erwartungen anpassen.


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