The Perfect Pencil

PC, Shadow PC

Am 29. Januar 2026 erschien der narrative Action-Plattformer des Entwicklers Studio Cima und Publishers Doyoyo Games, das dich in die Tiefen des menschlichen Geistes führt. In meiner Review erzähle ich dir mehr.

Story und Handlung:

The Perfect Pencil ist ein ungewöhnliches PC-Spiel, das seine größte Stärke ganz klar in der Geschichte hat. Die Story steht von Anfang an im Mittelpunkt und führt dich in den Kopf eines jungen Künstlers, der mit Druck, Erwartungen und seinen eigenen Gedanken kämpft. Was zunächst wie eine persönliche, fast harmlose Erzählung wirkt, entwickelt sich schrittweise zu einer verstörenden Reise durch mentale Abgründe. Die Handlung wird nicht offen erklärt, sondern über innere Monologe, Umgebungen und surreale Szenen vermittelt. Du setzt dir das Geschehen selbst zusammen, wodurch die Geschichte sehr nahbar, aber auch unangenehm intensiv wirkt. Themen wie Selbstzweifel, Perfektionismus und psychische Belastung ziehen sich konsequent durch das gesamte Spiel.

Vermitteln und ein Gefühl hinterlassen

Spielerisch ist The Perfect Pencil eher reduziert und ordnet sich klar der Erzählung unter. Du bewegst dich durch verschiedene Szenen, interagierst mit Objekten und löst einfache Aufgaben, die meist symbolischen Charakter haben. Anspruchsvolle Rätsel oder komplexe Mechaniken gibt es kaum. Stattdessen liegt der Fokus darauf, Situationen zu erleben und Stimmungen aufzunehmen. Das Gameplay ist funktional, aber nicht besonders abwechslungsreich. Es erfüllt seinen Zweck, wirkt aber stellenweise mehr wie ein Mittel zum Erzählen als wie ein eigenständiges Spielsystem. Spielspaß im klassischen Sinne steht bei The Perfect Pencil nicht im Vordergrund. Das Spiel will weniger unterhalten als vielmehr etwas vermitteln und beim Spieler ein Gefühl hinterlassen. Wenn du dich auf diese Art von Erfahrung einlässt, kann das sehr eindrucksvoll sein. Wer hingegen spielerische Herausforderungen oder Abwechslung sucht, könnte sich schnell unterfordert fühlen. Der Umfang ist überschaubar und eher auf eine kompakte, intensive Erfahrung ausgelegt.

Grafik und Sound:

Grafisch setzt das Spiel auf einen handgezeichneten, bewusst verzerrten Stil. Viele Szenen wirken wie aus einem Skizzenbuch entsprungen, was sehr gut zum Thema Kunst und innerer Wahrnehmung passt. Die Darstellung ist nicht technisch beeindruckend, erzeugt aber durch Perspektiven, Farben und Übergänge eine starke Wirkung. Gerade die Veränderungen der Umgebung spiegeln den mentalen Zustand der Hauptfigur gut wider und tragen viel zur Atmosphäre bei. Der Sound unterstützt diese Wirkung sehr effektiv. Musik wird gezielt eingesetzt, um emotionale Momente zu verstärken oder Unbehagen zu erzeugen. Geräusche und kurze akustische Effekte wirken oft absichtlich unangenehm oder deplatziert, was gut zur psychologischen Ausrichtung passt. Stille spielt ebenfalls eine wichtige Rolle und verstärkt das Gefühl von Isolation und innerem Druck.

Trailer:

 


Fazit

The Perfect Pencil ist ein stark storygetriebenes, psychologisches Indie-Spiel, das vor allem durch seine Atmosphäre und seine ernste Thematik überzeugt. Du bekommst kein klassisches Gameplay und keine leichte Unterhaltung, sondern eine kurze, intensive Reise durch die Gedankenwelt eines Künstlers unter Druck. Spielerisch bleibt das Erlebnis simpel, doch genau diese Reduktion lenkt den Fokus konsequent auf die Geschichte. Wenn du narrative Spiele mit psychologischem Tiefgang magst und bereit bist, dich auf unbequeme Themen einzulassen, ist The Perfect Pencil eine eindrucksvolle Erfahrung. Wer dagegen vor allem spielen möchte, sollte seine Erwartungen entsprechend anpassen.


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