
Am 20. Januar 2026 erschien das Metroidvania des Entwicklers Douze Dixièmes und Publishers Focus Entertainment, das dich mit seiner Welt und Soundkulisse in Atem halten wird. In meiner Review erzähle ich dir mehr.
Story und Handlung:
In MIO: Memories in Orbit spielst du MIO, einen kleinen, flinken Androiden, der zunehmend an seiner eigenen Existenz zweifelt. Du erwachst im Vessel, einer riesigen Raumstation, die ziellos durch das Universum treibt. Einst diente sie als Heimat für eine lokale Gemeinschaft, doch inzwischen stimmt etwas ganz und gar nicht mehr. Die Vegetation wuchert unkontrolliert durch Metall und Gänge, während die Bewohner immer mehr vom vorgesehenen Weg abkommen. Die Pearls – die KI-Verwalter des Vessel – hatten ursprünglich alles unter Kontrolle, sind nun jedoch spurlos verschwunden. Es liegt an MIO, die Wahrheit aufzudecken und das Vessel vor dem endgültigen Verfall zu bewahren. Die Erzählung verbindet auf interessante Weise kühle Metalltechnologie mit einer beinahe himmlischen, religiösen Bildsprache. Beim Durchspielen entsteht tatsächlich das Gefühl, eine glaubwürdige, in sich geschlossene Umgebung zu betreten. Die Welt lebt und vibriert förmlich: Verfallene Architektur und überwuchernde Flora erzählen davon, dass hier einst Ordnung herrschte. Es fällt leicht, sich in dieser sorgfältig aufgebauten Welt zu verlieren.

Ordentlich, aber nicht umwerfend
Bei MIO: Memories in Orbit handelt es sich erwartungsgemäß um ein Metroidvania, bei dem das Leveldesign einen zentralen Pfeiler des Spielerlebnisses darstellt. Im Großen und Ganzen überzeugt Douze Dixièmes genau in diesem Bereich, denn MIO steckt voller raffinierter Details. Dein Entdeckergeist wird mit neuen Umgebungen, spannenden Geheimnissen, interessanten Gegenständen und dringend benötigten Abkürzungen belohnt. Der erzielte Fortschritt regt das Denken an – diese typischen Dopamin-Impulse funktionieren hier einfach hervorragend. MIO ist insgesamt ein etwas langsameres Metroidvania als viele Genrevertreter. Alles läuft bedächtiger ab, was sich sowohl auf das Spielerlebnis als auch auf das tatsächliche Spieltempo auswirkt. Besonders zu Beginn ist spürbar, dass MIO kein schnelles Spiel sein will. Das Plattforming selbst ist hingegen sehr gelungen: Es gibt originelle Fähigkeiten zu entdecken, und die Herausforderungen auf dem Weg sorgen für konstante Unterhaltung. Der Kampf reiht sich auf einem ähnlichen Niveau ein. Man sollte keine spektakulären oder hochkarätigen Auseinandersetzungen erwarten, sondern solides, funktionierendes Gameplay. Die Gegner sind nicht besonders zahlreich und verfügen meist über vorhersehbare, aber gut lesbare Angriffsmuster. Gegen Ende warten zwar Endgegner mit etwas mehr Anspruch, doch auch hier bleibt das Spiel eher zurückhaltend. Zusammen mit dem Plattforming bildet dies die Grundlage des eigentlichen Gameplays – ordentlich umgesetzt, aber nicht überwältigend.Das Problem mit dem Tempo
Es gibt ein paar Elemente in MIO: Memories in Orbit, die das Spielerlebnis beeinträchtigen. In meinem Durchspielen musste die Euphorie zwischendurch der Frustration weichen. Es ist nie schön, wenn man merkt, dass man dieses Gefühl entwickelt, und dann ist es eine Kunst, genau den wunden Punkt zu finden. Aber nachdem ich zum fünften Mal denselben Gang entlangging, ohne irgendeinen Fortschritt zu sehen, kam mir die Erleuchtung. MIO: Memories in Orbit hat ein Problem mit dem Tempo. In den ersten Stunden stört das noch wenig. Man erkundet die Welt in seinem eigenen Tempo und egal, wohin man geht, man findet immer etwas, das sich lohnt. In der Mitte des Spiels ist das jedoch nicht mehr der Fall. Man hat bestimmte Ziele und das Spiel gibt einem wenig Anhaltspunkte, um herauszufinden, in welche Richtung man gehen muss. Da es sich ohnehin um einen Titel mit einem eher langsamen Spielverlauf handelt, ist eine Trial-and-Error-Spielweise nun einmal nicht besonders faszinierend. Immer wieder dasselbe Gebiet durchkämmen, nur um zu sehen, ob man nichts übersehen hat, und dann feststellen, dass es hier nichts zu holen gibt. Ja, das wird einem schnell zuwider.

Grafik und Sound:
Die geheimnisvolle Erzählung und die starke Weltgestaltung werden durch die wunderschönen audiovisuellen Effekte auf dem Bildschirm zusätzlich unterstrichen. Mit Shady Part of Me hat Douze Dixièmes bereits bewiesen, dass im Studio einige äußerst talentierte Künstler arbeiten. In MIO: Memories in Orbit hat sich der Entwickler jedoch spürbar weiterentwickelt. Die besondere Farbgebung und der skizzierte Stil verleihen diesem Metroidvania eine unverwechselbare visuelle Identität, während der Soundtrack eine spannende Mischung aus treibenden Techno-Beats und fast schon sakral anmutenden gregorianischen Gesängen bietet. Allerdings muss man an dieser Stelle eine kleine Einschränkung in Sachen Benutzerfreundlichkeit machen. Nicht immer ist klar, was auf dem Bildschirm gerade passiert. Farben vermischen sich stellenweise zu stark, wodurch wichtige Elemente wie feindliche Projektile oder gefährliches Terrain gelegentlich in den Hintergrund rücken.
Switch 2 Performance:
Die Performance von MIO: Memories in Orbit auf der Nintendo Switch 2 fällt insgesamt solide aus, ist jedoch nicht völlig frei von Einschränkungen. Das Spiel läuft größtenteils stabil und profitiert von der stärkeren Hardware, vor allem was Bildschärfe und Ladezeiten betrifft. Die kunstvolle Präsentation kommt auf dem Bildschirm gut zur Geltung, und die stilisierte Grafik wirkt klarer als auf schwächeren Plattformen. Dennoch gibt es Momente, in denen die technische Umsetzung an ihre Grenzen stößt. In besonders komplexen Arealen mit vielen visuellen Effekten oder dichter Vegetation kann es vereinzelt zu leichten Einbrüchen der Bildrate kommen. Diese stören das Spielerlebnis nicht dauerhaft, sind aber spürbar – vor allem in schnelleren Plattformpassagen. Die Steuerung reagiert präzise und zuverlässig, was für ein Metroidvania dieser Art essenziell ist. Längere Ladezeiten treten kaum auf, und Übergänge zwischen Gebieten bleiben meist angenehm kurz. Insgesamt liefert MIO auf der Switch 2 eine saubere, spielbare Performance, die zwar nicht technisch beeindruckt, aber dem ruhigen, bedächtigen Tempo des Spiels gut entspricht.

Trailer:





