Die Sims 3 Showtime

Die Sims 3 Showtime

(Electronic Arts)

geschrieben von Daniela Salten

 

 
Entwickler: EA
Publisher: Electronic Arts
Genre: Simulation
Releasedate: Bereits erhältlich
Homepage: Die Sims 3 Showtime
Preis: 32,95 €
Altersfreigabe: Freigegeben ab sechs Jahren gemäß §14 JuSchG

"It’s showtimeShowtime!" - Viele Sims-Fans werden in nächster Zeit sicherlich öfter einen solchen Ausruf von sich hören lassen, denn Electronic Arts hat jetzt das neue "Sims 3"-Add-on "Showtime" veröffentlicht. Wie der Titel schon vermuten lässt, geht es darum, dass der Spieler aus seinem Sim einen echten Prominenten macht. Wie das geht und was für neue Aspekte dieses Add-on noch so bietet, werden wir im Folgenden einmal näher betrachten.

Hollywood - oder so ähnlich

Damit ein Sim eine Berühmtheit wird, ist es sicherlich von Vorteil, Tür an Tür mit den echten Stars zu wohnen. Wo geht das besser als in Starlight Shores, dem Epizentrum des Sims-Showbusiness? Es ist sicher kein Zufall, dass diese neue Umgebung stark an Hollywood erinnert, was nicht nur an einem sehr bekannten Schriftzug liegt, der sich auf den Hügeln oberhalb der Stadt befindet. Mit den Palmen, dem Strand und den vielen Häusern, in denen sich die Reichen und Schönen wohlfühlen können, soll ein typisches südkalifornisches Gefühl vermittelt werden. Das gelingt auch recht gut, was vor allem der modernen Gestaltung der einzelnen Gebäude zu verdanken ist. Selbstverständlich gibt es auch wieder jede Menge Geschäfte, neue Cafés und weitere innovative öffentliche Plätze, wie etwa die Showbühnen sowie viele Haushalte, die zum Spielen einladen. Einziges Manko ist die geringe Anzahl freier Flächen zum Bau eigener Häuser oder neuer öffentlicher Gebäude.

Um in dieser Umgebung zum absoluten Superstar aufzusteigen, stehen dem Sim drei neue Karrieren zur Verfügung. Alternativ kann er sich freiberuflich als Sänger, Zauberer oder Akrobat um eine breite und zahlungsfreudige Fanbasis bemühen. Jeder zukünftige Megastar fängt natürlich mal klein an. Angehende Stimmwunder verdingen sich zunächst als singendes Telegramm oder treten als Straßenkünstler auf. Mit der Zeit vergrößert sich die Anhängerschaft, der Gesang verbessert sich, besseres Bühnenequipment und ausgefallene neue Outfits stehen zur Verfügung. Von da ist es nicht mehr sehr weit zu gefüllten Hallen und kreischenden Fanm-Massen.

Auch zaubern will gelernt sein. Man beginnt mit kleinen Taschenspielertricks, lernt mit zunehmender Erfahrung neue Kunststücke und erhält selbstverständlich auch eine professionelle Ausstattung. Aber Achtung: Einige Tricks können, führt man sie falsch aus, einem Sim durchaus das virtuelle Leben kosten. Akrobaten fangen als einfache Pantomimen an und erhalten mit der Zeit weitere Kostüme, neue Gegenstände, die man bei den Vorführungen verwenden kann und erlernen andere Tricks. Anhand dieser Aufstellung kann man bereits sehen, dass alle drei Karrieren relativ gleich ablaufen und irgendwann recht eintönig werden. Hier hätte man sich doch etwas mehr Einfallsreichtum bei der Gestaltung gewünscht, insbesondere eigene Aufgaben, wie etwas das Erarbeiten eigener Tricks beim Zauberer. Ärgerlich ist, dass Sims die Sängerkarriere nicht mit einer Band eingehen können und auch während der Laufbahn nicht in der Lage sind, eine zu gründen. Schließlich bleibt noch die Frage offen, warum es keine Schauspielerkarriere gibt, obwohl man sich doch Hollywood als Vorbild gewählt hat. Wenn die Karrieren eh schon recht ähnlich sind, hätte das doch kein größeres Problem sein dürfen.

Abseits des Berufslebens kann man aber auch neue Fähigkeiten erwerben, wie beispielsweise die Aufgaben eines DJs zu meistern oder Poolbillard zu spielen. Auch sonst sind die bekannten Inhalte des Spiels vor allem auf die neuen Karrieren angepasst worden. So kann man als Lebenszeitwunsch auf die Perfektionierung der Fähigkeiten als Sänger, Zauberer oder Akrobat hinarbeiten. Dabei können auch einige hinzugekommene Eigenschaften, wie etwa das Aufführen als Diva, durchaus hilfreich sein. Selbstverständlich wurde auch an viele neue Objekte gedacht, die oft sehr modern wirken, aber zum Teil auch im Retro-Stil gehalten sind. Sowohl die Möbel als auch die Bauobjekte sind aber schön und absolut ansprechend gestaltet. Gleiches gilt auch für die Kleidungsstücke, die dieses Mal recht reichhaltig in das Add-on aufgenommen wurden, was natürlich vor allem mit den drei Karrieren zu tun hat.

Die Sims werden interaktiv

Neben diesen Veränderungen innerhalb des Spielgeschehens gibt es aber noch einen weiteren Bereich, in dem "Showtime" geradezu revolutionäre Neuerungen in die Welt der Sims einfügt. Seit dem Add-on "Lebensfreude" war es dem Spieler ja schon möglich, Entwicklungen im Spielgeschehen und eigene Nachrichten über Facebook zu teilen. Dieser Bereich wurde jetzt stark erweitert. Man kann sich jetzt live mit seinen Freunden aus der Sims-Community vernetzen, mit ihnen chatten und selbstverständlich den aktuellen Status des eigenen Sims allen interessierenden Personen mitteilen. So hat sich "Sims 3" zu einer Art sozialem Netzwerk entwickelt, bestehend aus allen auf der offiziellen Sims-Homepage angemeldeten Spielern.

Eine echte Langzeitmotivation stellen die ganz neu in das Spiel aufgenommenen Errungenschaften an, die prinzipiell schon aus "Die Sims Mittelalter" bekannt sind. Hierbei handelt es sich um Abzeichen, die man für bestimmte Tätigkeiten erhält. Dabei kann es sich um ganz banale Sachen handeln, wie etwa 20 mal20-mal Bett machen, aber auch schwerer zu erreichende Ziele wie 80 Romane schreiben oder komplette Karrieren beenden. Hat man genügend Abzeichen gesammelt, kann man neue Objekte freischalten. Zudem bietet dieser neue Inhalt vielfältige und stetige Erweiterungsmöglichkeiten, so dass die mit der Zeit doch etwas eingefahrene Spielwelt der Sims neue Impulse erhält.

Schließlich können die Sims jetzt auch die Begrenztheit des eigenen PCs verlassen. Mit SimPort kann der Sänger, Zauberer oder Akrobat jetzt auch die Umgebungen befreundeter Spieler besuchen oder man kann andere Sims zu sich einladen. Das funktioniert mit Hilfe eines Systems, mit dem Anfragen und Einladungen an Freunde abgesetzt und von diesen angenommen werden müssen. Die Sims absolvieren dort Auftritte und können mit dem Sim des gastgebenden Spielers interagieren. Nach Abschluss des Auftritts kehren die Sims zurück und in einer Art "Bonusheft" werden Stempel eingetragen, mit denen Belohnungen freigeschaltet werden können. Bedauerlicherweise kann derjenige, der seinen Sim losschickt, den Auftritt nicht live verfolgen, sondern ist auf Berichte des anderen Spielers angewiesen. Drei Voraussetzungen müssen allerdings erfüllt sein: Im eigenen Haushalt müssen mindestens zwei Sims leben, damit man weiterhin mit einem Aktionen ausführen kann, der auftretende Sim hat mindestens Stufe zwei in einer der "Showtime"-Karrieren erreicht und auch eine Anmeldung beim Origin-Konto ist Pflicht. Dieser Versuch, die Sims multiplayer-fähig zu machen, hat durchaus seinen Reiz und bietet, wie auch die Errungenschaften, einige weitergehende Möglichkeiten, von denen man gespannt sein darf, wie sie in Zukunft umgesetzt werden.

"Showtime" schöpft seinen Reiz vor allem aus den vielen neuen Spielmöglichkeiten. Mit diesem Add-on wird "Sims 3" zu einer Art sozialem Netzwerk. Hinzu kommen die Errungenschaften und der SimPort, die zukünftige Entwicklungslinien aufzeigen und quasi eine ganz neue Spielmotivation in das Spiel einfügen. Für diejenigen, die sich nicht auf diese Onlineaktionen einlassen möchten, bleiben im Wesentlichen nur drei neue Karrieren, die aber eher mäßig interessant sind und eine schöne neue Umgebung. Für klassische Offlinespieler ist dieses Add-on eher nichts, online vernetzte Spieler, die "Sims 3" ganz neu erleben möchten, sollten auf jeden Fall mal reinschauen.

(23.04.2012)

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