Riding Star 3

Riding Star 3

(dtp young)

geschrieben von Anke Morbitzer

 

 
Entwickler: Sproing
Publisher: dtp young entertainment
Genre: Sportsimulation
Releasedate: Bereits erhältlich
Homepage: Riding Star 3
Preis: 29,99 €
Altersfreigabe: Freigegeben ohne Altersbeschränkung gemäß §14 JuSchG

Reitsport virtuell

In letzter Zeit erobern immer mehr Reitsport-Spiele PCs und Konsolen. Neben bekannten Serien wie "Abenteuer auf dem Reiterhof", bei denen noch eine ausführliche Rahmenhandlung mit Abenteuerelementen existiert, werden auch reine Simulationen wie "Isabell Werth Reitsport" und eben "Riding Star" immer populärer. Bei diesen Spielen wird die Technik des Reitens immer besser umgesetzt und so lassen sie bei Reitsportfans kaum noch Wünsche offen.

Reitsportstars

Dieses Spiel führt den Ausdruck "Star" ja schon im Namen und so kommt es nicht von ungefähr, dass der weltbekannte Springreiter Ludger Beerbaum von der Spieleverpackung lächelt. Der Olympiasieger tritt damit selbst in die Fußstapfen von Isabell Werth; die bekannte Dressurreiterin stand den Reiterinnen und Reitern am PC als Trainerin bereits zur Seite. Es wird sich zeigen, ob das Spiel den "Star-Bonus" auch verdient hat.

Aufsatteln!

Das Spiel kommt auf CD im großzügigen Pappschuber, der neben der Software noch niedliche Sticker der "Anikids"-Serie enthält, zu der auch "Riding Star" gehört. In dieser Serie vereint der Publisher dtp Spiele ohne Altersbeschränkung, die allesamt einen hohen "Niedlichkeitsfaktor" aufweisen. Das Handbuch zum Spiel ist zwar farblos, aber ausführlich und erklärt Steuerung und Spielkonzept genau und leicht verständlich. Die Screenshots darin sind jedoch etwas klein geraten, was der Erkennbarkeit von Details abträglich ist. Die Installation gestaltet sich bei "Riding Star 3" problemlos und geht schnell. Das Spiel belegt sparsame 840 MB an Festplattenplatz und ist auch sonst bei den Systemanforderungen bescheiden. Problematisch kann der enthaltene Kopierschutz sein, der unverträglich mit einigen Emulator- oder Brennprogrammen ist und dann die DVD nicht mehr als Original erkennt.

Maus mit Zügeln

Wie bei jeder Simulation, sei es nun Technik oder Sport, kommt es auch hier auf die Umsetzung an. Zum Reiten gehört bekanntlich mehr, als nur an den Zügeln zu ziehen, und besonders in der Dressur sind vielfältige Hilfen gefragt. "Riding Star" geht hier einen ganz eigenen Weg: Die Zügelhilfen (und natürlich auch Schenkeldruck und Gesäß) werden hier nicht per Tastendruck vermittelt, sondern mit der Maus. Das klingt schwierig und bedarf auch einer Eingewöhnungszeit, kommt dem echten Reiten aber am nächsten. Durch Seitwärtsbewegungen mit der Maus steuert man die Richtung, mit linker und rechter Maustaste wird das Pferd angespornt oder durchpariert. Bei speziellen Figuren in der Dressur simuliert das Schieben der Maus eine Gewichtsverlagerung beziehungsweise die Gesäßhilfen, die bei Traversalen und Passagen notwendig sind.

Jetzt fehlen eigentlich nur noch die Hilfen, die den Takt vorgeben oder für besondere Gangarten notwendig sind. Hier kommt erstmals die Tastatur ins Spiel: Pfeiltasten nach oben oder unten bewirken Verstärkung oder Versammlung, wie Tastendruck rechts und links den richtigen Takt vorgibt. Als Hilfe gibt es dabei eine Anzeige mit verschiedenen, farbig markierten Zonen, so dass man auf einen Blick sieht, ob man die Lektion gerade richtig ausführt. In vielen ausführlichen Tutorials kann man sich Schritt für Schritt mit der Steuerung und allen Regeln vertraut machen, so dass auch ungeübte "Reiter" sich schnell zurechtfinden.

Vielseitigkeitsreiten

Anders als die Patenschaft von Springreiter Ludger Beerbaum vermuten lässt, geht es hier nicht nur über Oxer oder Steilsprünge, denn Dressur und Geländeritte sind im Spiel genauso vertreten. Für jede der drei Disziplinen hat man ein eigenes Pferd zur Verfügung, das das richtige Talent mitbringt. Am Anfang startet der Spieler mit einem Springpferd und schaltet durch gute Leistungen und Podestplatzierungen die anderen Pferde frei. Das Auge kommt auch nicht zu kurz, denn je nach Geschmack können Fellfarbe und Mähne des Pferdes ausgewählt werden. Natürlich geht es im Reitsport nicht ganz ohne Stallarbeit: Regelmäßig muss das Pferd gefüttert, gestriegelt oder gekämmt werden, dazu kommt noch das Auskratzen der Hufe. Immerhin bleibt dem angehenden Reitsportidol das Ausmisten erspart.

Ausschlaggebend für die Qualifikation zu den verschiedenen Turnierklassen sind die Leistungsparameter des Pferdes, nämlich Kraft, Ausdauer und Geschwindigkeit, die durch ein ausgewogenes Training verbessert werden können. Dazu kommen noch Gehorsam und Durchlässigkeit; diese Eigenschaften fördert man am Besten durch Kontakt zum Pferd, nämlich durch Pflege, Streicheleinheiten und Belohnungen. Um in der Karriere voranzukommen, müssen immer alle drei Wettkämpfe der Klasse absolviert werden, so dass man parallel an Dressurwettkämpfen, Springturnieren und Vielseitigkeitsprüfungen teilnehmen muss. Dabei arbeitet man sich durch die Kategorien "L" und "M" zu den großen "Klasse S"-Wettbewerben vor, um zum krönenden Abschluss im neuen WM-Stadion in Aachen unter dem Jubel des Publikums einzureiten.

Neben der Karriere gibt es noch das schnelle Spiel; hier kann man ganz ohne Pflegearbeit gleich aufsitzen und in verschiedenen Wettbewerben antreten. Wer mehr Wert auf Entspannung legt, der wählt das freie Reiten, denn hier kann man ganz ohne Zwang über Wiesen und Felder galoppieren, durch dunkle Wälder traben oder am Strand durch die tosende Brandung reiten. Auch in der Karriere kann man solche Ausritte unternehmen, und es gibt kaum etwas Romantischeres, als im Sattel seines Pferdes dem Sonnenuntergang entgegen zu reiten. Ein kleines Manko ist die geringe Anzahl von Strecken und Landschaften - so passiert es oft, dass man im Training fast auf der gleichen Strecke reitet wie im anschließenden Wettkampf.

Wer allerdings mehr als eine Empfehlung auf der Packung von Ludger Beerbaum erwartet hat, wird leider enttäuscht – nur sein Konterfei taucht im Spiel auf. Da hat sich Isabell Werth damals als "Trainerin" deutlich mehr Mühe gegeben. Trotzdem ist das Spiel gelungen und sicher auch Ludger Beerbaums Empfehlung wert.

Im Scheinwerferlicht

Die Grafik im Spiel ist nicht auf dem neusten Stand: Das verraten ja schon die bescheidenen Systemanforderungen. Trotzdem ist das Spiel schön und mit vielen liebevollen Details gestaltet. Die Oberflächentexturen sind realistisch, nur Gegenstände oft etwas zu eckig und wenig animiert, was besonders bei Pflanzen oder Wasseroberflächen auffällt. Auch das Publikum entlang der Strecke ist etwas "flach" geraten, nämlich durchweg zweidimensional – dafür aber fotorealistisch. Auf dem Hof ist die Grafik besser gelungen, besonders die Pferde sehen naturgetreu aus, Fell und Mähne sind realistisch und die Tiere sind sehr gut animiert und zeigen natürliche Bewegungsmuster. Jeder Pferdebesitzer kennt das typische Verhalten wie Schnauben, Schweifschlagen oder Scharren, was hier perfekt umgesetzt wird. Auch die Bewegungen der Pferde im Wettkampf sind glaubwürdig, wodurch die unterschiedlichen Charakteristika der verschiedenen Gangarten oder Lektionen perfekt wiedergegeben werden.

Hufgetrappel

Während die Grafik kleinere Mängel aufweist, sind die Geräusche im Spiel perfekt. Das Wiehern der Pferde, das Hufgetrappel auf unterschiedlichen Untergründen oder Umgebungsgeräusche wie Vogelzwitschern, Applaus oder Meeresbrandung sind sehr realistisch. Da macht es Spaß, mit patschenden Hufen am Strand durch die Wellen zu reiten. Auch bei kleinen Details wie Kaugeräuschen im Futtertrog waren die Entwickler sehr sorgfältig und offenbar ausgiebig mit dem Mikrofon im Pferdestall unterwegs. Vorteilhaft ist der gute Sound auch bei den Wettkämpfen: Besonders bei schwierigen Dressurlektionen wie Passage oder Traversale hilft der Rhythmus des Hufschlags sehr bei der exakten Steuerung. Ebenfalls viel zum Ambiente trägt der Hallen- beziehungsweise Stadionsprecher bei, der mit Begrüßungen und Kommentaren jedes Turnier begleitet und echte Wettkampfatmosphäre aufkommen lässt.

Weltmeisterlich!

Mit "Riding Star 3" macht sich eine realistische Reitsportsimulation auf, der Konkurrenz davonzureiten. Kleine Mängel bei der Grafik werden durch sehr guten Sound, realistische Bewegungsabläufe und die wirklichkeitsnahe Steuerung mehr als wettgemacht. Hier verschwendet man keine Zeit bei langweiliger Stallarbeit, sondern der Wettkampf steht eindeutig im Mittelpunkt. Wenn die Glocke im Aachener WM-Stadion erklingt, heißt es: Angaloppieren!

(30.11.2007)

Kommentare:
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2020-06-20 10:00:25... - Emily

Mama


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