Rainbow Web

Rainbow Web

(Sugar Games)

Geschrieben von Carlos Carvalho

 

Während eines Spazierganges im benachbarten Park bemerkt man in der Nähe eines Brunnens eine alte Schriftrolle. In dieser ist die Geschichte des Wunderlandes geschrieben, wo einst das Königreich des Regenbogens (Rainbow Kingdom) zu finden war. Die Jahrtausende alten Wälder, die wie Kristalle glänzenden Seen und die hohen Berge waren durch Magie von Außenseitern versteckt, somit konnten viele Bewohner des Wunderlandes in Frieden dort leben. Doch als einmal der böse Magier Spider (Spinne) das Land durchforschte, entdeckte er dieses Königreich voller glücklicher Bürger. Grün vor Neid, verzauberte er das gesamte Reich und spannte ein Netz darüber, damit niemand das Land betreten oder verlassen konnte. Glücklicherweise konnte ein unbekannter guter Magier noch rechtzeitig ein magisches Portal errichten, das es einem Helden erlauben würde, das Königreich des Regenbogens zu betreten, damit er die Zauber von Spider bezwingen kann. Um dies zu bewerkstelligen und wieder Frieden über das ganze Land zu bringen, muss der Held den Namen der jeweiligen Gegend aus dem Netz des Zauberers befreien.

Ein logisches Spiel

Wie, klingt die Geschichte nicht logisch? Nun gut, ignorieren wir die Tatsache, dass das Volk von Wunderland fähig ist, mächtige magische Portale zu errichten, aber nicht clever genug ist, um alleine den bösen Zauber zu entfernen. Ignorieren wir auch die Tatsache, dass das Volk von Wunderland eh in Einsamkeit gelebt hat und dieser Zauberspruch scheinbar nur die Grenzenkontrollen verschärft hat. Wir können sogar die Tatsache ignorieren, dass erst wir die alte Schriftrolle neben einem Brunnen in der Mitte eines öffentlichen Parks finden, während scheinbar tausende von anderen Passanten und japanischen Touristen vorbeigelaufen sind, ohne diese zu entdecken. Unser Held denkt über diese kleinen Details gar nicht nach, sondern findet diese unwahrscheinliche Geschichte so dermaßen glaubwürdig, dass er ohne jegliche Ausrüstung, nicht mal einer Dose Fliegenspray, einer Fliegenklatsche oder einem schweren Wörterbuch, um den bösen Zauberer zu zerquetschen, voll motiviert durch das Portal marschiert. Allein die Intelligenz und Geschicklichkeit des Spielers werden gebraucht, um die Netze zu zerstören - durch ein "Drei in der Reihe"-Spiel.

Drei in einer Reihe? Vielleicht lieber doch vier oder fünf?

Der Einstieg ins Spiel, egal wie oft man das Spiel schon versucht hat, erfolgt immer durch ein kleines Tutorial. Erklärt wird, dass man die farbig markierten und mit magischen Runen gekennzeichneten Steine entlang der Stränge des Netzes bewegen kann. Sobald drei oder mehr Steine in einer Reihe entlang eines Stranges sind, verschwinden diese Steine und, aus der Mitte heraus in Richtung der Außenkante erscheinen neue Steine, die die bereits Vorhandenen vor sich schieben. Jedoch lassen sich in Rainbow Web nur Steine bewegen, wenn durch diese Bewegung eine neue Reihe gebildet wird. Das Ziel jedes Levels ist, den Namen des jeweiligen Ortes im Hintergrund zu befreien, das heißt, einige der Steine haben noch zusätzlich Buchstaben darauf gezeichnet. Verschwindet einer dieser Steine, so wird der Buchstabe oben rechts eingeblendet. Ist das Wort komplett, zerstört sich das Netz und man kann sich zum nächsten Level begeben.

Der böse Zauberer ist aber wachsam und lässt dem Helden nicht unbegrenzt viel Zeit, seine Zaubersprüche zu entfernen. Schaft man es nicht, innerhalb einer begrenzten Zeit den Level zu enträtseln, verliert man eines von drei verfügbaren Leben. Die verfügbare Zeit wird durch die Länge der Zunge eines Chamäleons im unteren linken Rand grafisch dargestellt. Noch dazu vergrößert der Zauberer während des Spiels die Dimensionen seiner Netze und erhöht die Anzahl verwendeten Farben für die Steine. Als sei das noch nicht genug, schneidet der Zauberer, je höher der Level, mehr und mehr vereinzelte Fäden von seinen Netzen ab. Steine können nicht über diese Lücken bewegt werden und Steine an beiden Seiten einer Lücke bilden keine Reihe. Auf der anderen Seite bekommt man einen fetten Bonus, wenn man lange vor dem Zeitlimit fertig wird. Längere Reihen bekommen ebenfalls mehr Punkte und schafft man es, mehrere Reihen innerhalb eines Zuges zu bilden, vervielfachen sich die gewonnen Punkte.

Die vielen Gegenden und deren Umgebungsgeräusche

Während man im Vordergrund versucht, die Netze des Zauberers Spider zu zerstören, sieht man im Hintergrund die Gegenden, die man gerade vom Zauberspruch befreit. Diese sind eine Mischung aus wirklichen Fotos und gerenderten Bildern. Manchmal klappt dieses Gemisch, aber meistens sieht alles sehr steril und unnatürlich aus. Aber da man seine volle Aufmerksamkeit dem Rätsel vor sich widmet, nimmt man sich selten Zeit, um die Gegenden anzuschauen. Die Musik, die im Hintergrund spielt, erinnert an die seit Jahren veralteten Midis, ist aber nicht störend und teilweise sogar recht entspannend. Die Geräusche von Rainbow Web ähneln denen von alten klassischen Spielen und sind passend für diese Sorte Games.

Demo: RainbowWebSetup.exe
   
Entwickler: Sugar Games
Publisher: Sugar Games
Genre: Rätselspiel
Releasedate: Bereits erhältlich
Preis: $19.95
Homepage: Rainbow Web
Altersfreigabe: nicht geprüft

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Fazit

   "Drei in der Reihe" ist sicherlich kein neues Konzept. Trotzdem wird es alle paar Jahre wieder aufpoliert, neue Ideen werden in die Spiele eingebracht und als Ergebnis bekommt man ein Spiel mit hoher Suchtgefahr. Rainbow Web ist keine Ausnahme dazu, man versucht ununterbrochen, alle Levels durchzuspielen, da diese sich wegen des eingebauten Zufallsgenerators alle voneinander unterscheiden. Weiß man nicht weiter, braucht man nur kurz zu warten, ein möglicher Zug wird angezeigt - ein großer Vorteil gegenüber anderen Variationen dieses Spiels und sicherlich hilfreich für diejenigen, die sich noch nicht so gut auskennen. Trotz der niedrigen Komplexität (oder vielleicht genau deswegen) ist es sehr unterhaltsam. Rainbow Web ist ein empfehlenswertes Spiel sowohl für die jüngeren als auch die älteren Spieler, die in der Tagesschau bereits genug Gewalt ausgesetzt werden oder bei Computerspielen mal wieder ihr Hirn verwenden wollen. (02.10.2005)


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