Sanctum

Sanctum

(Lace Mamba)

geschrieben von Andreas Schippers

 

     
 

Jeder kennt das Prinzip des Tower Defense - "Sanctum" kombiniert dieses Szenario mit einem First Person Shooter. Wie gut diese Kombination ist, und was euch in Sanctum erwartet, lest ihr im nachfolgenden Kurztest.

Skye wer?

In "Sanctum" schlüpft der Spieler in die Rolle der Elitesoldatin Skye, die ihre Heimatstadt Elysion One vor einer Alieninvasion beschützen muss. Warum ausgerechnet Skye diese Aufgabe übernimmt, bleibt dem Spieler ebenso verschlossen wie die Gründe dafür, dass die Aliens immer gepflegt in Wellen eintreffen und was sie mit dem Energy Core anfangen wollen. Eine wirkliche Hintergrundstory bietet "Sanctum" nicht.

Tutorial und Go!

Nach erfolgreichem Abschluss der Tutorial-Levels, in welchem dem Spieler die grundlegende Steuerung vermittelt wird, kann es auch schon losgehen. Vor jeder Map muss festgelegt werden, mit welchen Waffen und welchen Turmtypen man spielen möchte. Pro Karte können jeweils zwei Waffen und drei Türme mitgenommen werden. Die anfängliche Auswahl ist je nach DLC-Stand oder Version des Spiels unterschiedlich, lässt sich jedoch per DLC-Kauf nachrüsten. Zum Test lag die "Collection Edition" vor, die neben dem vier Karten umfassenden MapPack 1, mit "Penetrator" und "Violator" auch zwei Geschütztypen enthält.

Aus der Egoperspektive oder wahlweise auch aus der Vogelperspektive kann der jeweilige Level betrachtet werden. Auf jeder Map wird angezeigt, aus welcher Richtung die Alienwellen kommen. Jede Welle ist in zwei Phasen unterteilt: Bauphase und Exterminationsphase. Während der Bauphase werden die Blöcke auf dem Raster verteilt, welche schlussendlich den Weg festlegen, den die Aliens laufen müssen. Jeder Block lässt sich anschließend mit einem Geschütz versehen, alternativ auch zu einem Aufzug oder Teleporter umfunktionieren. Ziel ist es, "Tower Defense"-typisch den Laufweg der Aliens an möglichst vielen eigenen Geschützen vorbei zu lenken. Befindet der Spieler den Aufbau für abgeschlossen, wechselt er in die Exterminationsphase. Dort versuchen die Aliens, den Energiekern zu erreichen, und müssen dazu das in der Bauphase vorbereitete Labyrinth durchqueren. Die eigenen Tower beharken die Aliens dabei fleißig, was aber vor allem in den ersten Wellen meist nicht ausreichend ist.

An diesen Stellen kommt Skye zum Einsatz. In bekannter First-Person-Manier hat sie jederzeit die Möglichkeit, die Aliens mittels ihrer eigenen Waffen zu bekämpfen. Leider rennen die Aliens recht anteilnahmslos an Skye vorbei und schubsen sie schlimmstenfalls von der Karte - wohl dem, der während der Bauphase in Teleporter investiert hat, denn diese ermöglichen Skye die schnelle Reise über die Karte. Dies ist auch nötig, denn eine Welle besteht meist aus drei bis vier unterschiedlichen Gegnertypen, die unterschiedlich schnell sind.

Praktischerweise kann der Spieler während jeder Bauphase in der Enzyklopädie nachschlagen welche Gegnertypen ihn erwarten und welche Schwachpunkte sie haben. Nach erfolgreicher Abwehr der Aliens bekommt der Spieler eine festgelegte Anzahl Rohstoffe gutgeschrieben, dabei ist es egal, wie gut oder schlecht die letzte Welle abschlossen wurde. Die Rohstoffe können wahlweise in den Ausbau der Blöcke und Türme oder in Upgrades für Skyes Waffen investiert werden.

Grafik und Sound

"Sanctum" war ursprünglich als reine Mod für "Unreal Tournament 3" geplant, hat sich aber mittlerweile zum Stand-Alone Titel gemausert. Die Grafik ist für ein eigenständiges Indiespiel daher entsprechend gut, auch wenn die leicht überzeichnete Darstellung nicht jedermanns Geschmack treffen wird.

Der Soundtrack zu Sanctum fügt sich passend in das Gesamtbild ein. Eine interessante Mischung aus ruhigen und modernen Parts im Wechsel. Der Collection Edition liegt der Soundtrack als zusätzliches Extra nochmals bei.

Sanctum versucht viele Ideen unter einen Hut zu bringen, lässt dabei jedoch das Wichtigste an einem Stand-Alone Spiel vermissen - die Story. Das Gameplay ist eine mutige Mischung aus zwei Genres, was jedoch aufgrund der schnell eintretenden Eintönigkeit leider sehr schnell untergeht. Die Maps enden meist genau dann, wenn es anfängt, interessant zu werden. Daran ändern leider auch die Schwierigkeitsgrade nichts. Echte Liebhaber von Tower Defense Spielen ist "Sanctum" trotzdem zu empfehlen, denn gerade im Koop-Modus macht das Spiel nochmals mehr Spaß als allein.

(23.09.2012)

 

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