MLB The Show 26

PlayStation 5

Mit MLB The Show 26 setzt San Diego Studio seine erfolgreiche Baseball-Reihe fort und liefert erneut eine umfangreiche Simulation, die vor allem mit starkem Gameplay, vielen Modi und authentischer Präsentation überzeugt.

 

Starker Sound, aber kaum Fortschritt

MLB The Show 26 ist im Grunde das „EA Sports FC“ unter den Baseballspielen – eine etablierte Reihe mit klaren Stärken, die sich Jahr für Jahr wieder zeigen. Und genau das merkt man auch diesmal wieder deutlich. Besonders der Sound gehört erneut zu den Highlights. San Diego Studio liefert einen richtig starken Soundtrack ab, der das Durchstöbern der Menüs und das Spielen selbst spürbar aufwertet. Künstler wie Benson Boone, De La Soul, Outkast, Mobb Deep, Nas und Teddy Swims sorgen für eine abwechslungsreiche und hochwertige Playlist – einige Tracks schaffen es dabei schnell auch in deine eigene Rotation. Weniger überzeugend ist hingegen der Kommentar. Zwar sind mit Boog Sciambi, Chris „Singy“ Singleton und Jessica Mendoza bekannte Stimmen dabei, und im Modus Road to the Show ergänzt Robert Flores das Ganze. Inhaltlich wirkt das jedoch alles sehr vertraut. Vieles klingt wie aus den Vorjahren übernommen, neue Dialoge oder frische Einzeiler sind kaum zu hören. Gerade hier hätte man sich mehr Abwechslung gewünscht. Die Soundeffekte während der Spiele sind dagegen solide und erfüllen ihren Zweck – auch wenn sie ebenfalls wenig Neues bieten. Grafisch bleibt das Spiel ebenfalls stehen. Die hauseigene Engine von San Diego Studio liefert zwar weiterhin ein ordentliches Gesamtbild, wirkt inzwischen aber deutlich in die Jahre gekommen. Während andere Spiele mit modernen Engines sichtbare Fortschritte machen, fehlt es MLB The Show 26 an einem echten Entwicklungssprung. Es sieht nicht schlecht aus – aber eben auch nicht mehr zeitgemäß. Nach so vielen Jahren wäre hier dringend ein größerer Schritt nach vorne nötig, auch wenn die Serie mangels echter Konkurrenz im Baseball-Genre weiterhin ihre Position behauptet.

Vertrautes Gameplay mit kleinen Feinheiten

Beim Gameplay bleibt MLB The Show 26 größtenteils seiner Linie treu – große Veränderungen gibt es nicht, was aber nicht unbedingt negativ ist. Das Spiel bietet dir weiterhin viele Optionen, um die Steuerung genau an dein Können anzupassen. Als Pitcher hast du fünf verschiedene Wurfmethoden zur Auswahl: Classic, Meter, Pulse, Pure Analog und Pinpoint. Sie reichen von sehr einfach bis anspruchsvoll. Wenn du neu bist, startest du am besten mit Classic, bei dem ein Knopfdruck genügt. Mit zunehmender Erfahrung kannst du dich an komplexere Systeme wie Pinpoint wagen, das zwar am schwierigsten ist, dir aber auch die größte Kontrolle und Präzision bietet. Auch beim Schlag hast du drei Varianten: Timing, Directional und Zone. Während Timing sich auf den richtigen Moment konzentriert und damit besonders einsteigerfreundlich ist, verlangt Zone deutlich mehr Können, da du gezielt den Treffpunkt bestimmen musst. Beherrschst du diese Variante, wirst du allerdings auch entsprechend belohnt. Insgesamt ist das System so ausgereift, dass es kaum große Neuerungen braucht. Egal ob Anfänger oder Profi – du kannst das Gameplay so einstellen, dass es perfekt zu dir passt. Die einzige wirklich neue Mechanik ist das sogenannte „Bear Down Pitching“. Dabei handelt es sich um eine Art Spezialwurf, den du dir erst verdienen musst. Durch gutes Spiel – etwa präzise Würfe oder erfolgreiche Outs – lädst du eine Leiste auf. Setzt du sie ein, wird dein nächster Pitch besonders schnell und genau. Da diese Fähigkeit nur begrenzt verfügbar ist, kommt es auf den richtigen Moment an. Richtig eingesetzt kann sie den Unterschied machen. Unterm Strich bleibt das Gameplay vertraut, funktioniert aber nach wie vor sehr gut – und genau das ist wohl auch der Grund, warum die Serie seit Jahren so konstant beliebt ist.

Umfangreiche Modi für jeden Spielertyp

In MLB The Show 26 stehen dir mehrere Spielmodi zur Verfügung, wobei sich vieles um vier bekannte Säulen dreht: Storylines: The Negro Leagues, Franchise, Diamond Dynasty und Road to the Show. Der wohl populärste Modus ist Diamond Dynasty, auch wenn er nicht jeden anspricht. Ähnlich wie bei Ultimate Team stellst du dir hier dein Team über Karten zusammen. Das Sammeln kann jedoch frustrierend sein, da wirklich gute Karten selten sind. Mit der neuen Red-Diamond-Stufe wurde das Ganze sogar noch schwieriger, da diese Karten extrem selten sind. Neu ist außerdem das Player-XP-System, mit dem du deine Spieler gezielter verbessern und anpassen kannst. Deutlich zugänglicher und persönlicher ist Road to the Show, der Karrieremodus. Hier beginnst du nicht direkt als Profi, sondern startest als Amateur. Du arbeitest dich über College-Programme und die NCAA bis zum MLB Draft nach oben. Dadurch fühlt sich dein Aufstieg deutlich glaubwürdiger an – du musst dir deinen Platz wirklich verdienen. Deinen Spieler kannst du dabei individuell gestalten und entwickeln. Ein echtes Highlight bleibt Storylines: The Negro Leagues. In diesem Modus erlebst du die Geschichte legendärer Baseballspieler, erzählt von Bob Kendrick. Zum Start erwarten dich vier Geschichten, unter anderem über Roy Campanella und Mamie „Peanut“ Johnson. Nach Abschluss erhältst du ihre Karten für Diamond Dynasty – eine schöne Verbindung der Modi. Im Franchise-Modus übernimmst du die Kontrolle über einen gesamten Club. Du kümmerst dich um Transfers, Ausbau und sportlichen Erfolg. Besonders der überarbeitete Trade Hub sorgt dieses Jahr für mehr Tiefe und Realismus, wodurch Entscheidungen deutlich anspruchsvoller werden als in den Vorgängern. Unterm Strich bietet MLB The Show 26 eine breite Auswahl an Modi, bei denen jeder Baseballfan seinen Favoriten finden dürfte – auch wenn nicht jeder Modus gleich gut funktioniert.

Trailer


Fazit

MLB The Show 26 bringt einige kleinere Verbesserungen mit sich, bleibt in vielen Bereichen jedoch stark auf dem Niveau des Vorgängers. Vor allem grafisch merkt man dem Spiel inzwischen sein Alter an – hier wäre ein deutlicher Schritt nach vorne längst überfällig. Spielerisch überzeugt der Titel aber weiterhin. Das Gameplay läuft angenehm flüssig und wird durch den erneut starken Soundtrack hervorragend unterstützt. Auch die bekannten Spielmodi funktionieren wie gewohnt gut, auch wenn es kaum größere Neuerungen gibt und sich vieles eher in kleinen Details verändert hat. Für langjährige Fans wirkt das Gesamtpaket daher etwas zu vertraut, um wirklich zu überraschen. Wenn du jedoch neu in die Reihe einsteigst, bekommst du mit MLB The Show 26 eine sehr solide und umfangreiche Baseball-Simulation, die nach wie vor viel richtig macht.


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