WWE 2K26

PlayStation 5

Mit WWE 2K26, entwickelt von Visual Concepts und veröffentlicht von 2K, kehrt die Wrestling-Reihe mit noch mehr Superstars, neuen Matcharten und einer verbesserten Präsentation zurück – und versucht dabei, das Gefühl einer echten WWE-Show so authentisch wie möglich einzufangen.

 

Mehr Show, mehr Interaktion

Schon beim Start von WWE 2K26 fällt das technische Upgrade sofort auf. Die Serie hat in den letzten Jahren zwar bereits deutliche grafische Fortschritte gemacht, doch dieser Teil legt noch einmal nach – besonders bei den Modellen der Superstars. Hauttexturen wirken detaillierter, Gesichtsanimationen natürlicher und die Beleuchtung im Ring erinnert erstaunlich stark an die TV-Übertragungen der echten WWE-Shows. Es geht also nicht nur darum, realistischere Wrestler darzustellen, sondern die gesamte Präsentation der Show einzufangen: Beleuchtung, Reflexionen, Schatten und Kameraführung sorgen dafür, dass sich das Geschehen wie eine echte Live-Veranstaltung anfühlt. Auch die Entrances wurden deutlich überarbeitet. Früher waren sie vor allem eine Sequenz zum Zuschauen, die viele Spieler nach ein paar Matches übersprungen haben. In WWE 2K26 werden sie nun zu einem aktiven Teil des Spiels. Während dein Superstar zum Ring kommt, kannst du in Echtzeit eingreifen – etwa entscheiden, wie du mit dem Publikum interagierst oder bestimmte Showelemente beeinflussen. Du kannst die Rolle eines Face betonen und die Crowd anheizen oder als Heel gezielt Buhrufe provozieren. Auch Kameraeinstellungen oder Pyrotechnik lassen sich im richtigen Moment einsetzen und verwandeln den Auftritt in eine kleine, persönliche Performance. Eine scheinbar kleine Neuerung, die aber stark dazu beiträgt, dass du dich wirklich als Teil der Show fühlst.

Dynamischere Kämpfe und mehr Chaos im Ring

Sobald die Glocke läutet, bleibt WWE 2K26 dem Simulationsansatz der letzten Teile treu, bringt aber einige Änderungen mit, die die Matches spürbar dynamischer machen. Das Kampfsystem fühlt sich für Serienkenner vertraut an, doch kleine Anpassungen verändern den Rhythmus der Kämpfe. Besonders das Ausdauersystem wurde überarbeitet: Mächtige Moves lassen sich nicht mehr endlos spammen, sondern müssen zum richtigen Zeitpunkt eingesetzt werden. Dadurch entwickeln sich die Matches natürlicher und erzählen ihre eigene kleine Geschichte aus Schaden, Momentum und Erschöpfung – ganz wie im echten Wrestling. Neu sind auch Interaktionen direkt zu Beginn eines Matches. Du kannst entscheiden, wie der Kampf startet: mit einem technischen Chain-Wrestling-Austausch, einer angespannten Konfrontation, einem respektvollen Handschlag oder einem überraschenden Angriff. Diese kleinen Details verändern zwar nicht das gesamte Gameplay, sorgen aber dafür, dass sich jedes Match ein wenig anders anfühlt. Besonders viel Arbeit steckt diesmal in der Physik und der Interaktion mit Objekten. Waffen am Ringrand sind nicht mehr nur Dekoration, sondern reagieren deutlich glaubwürdiger im Kampf. Würfst du deinen Gegner gegen Stühle, Tische oder die Stahlstufen, passen sich Animationen und Kollisionen dynamisch an. Für Hardcore-Fans besonders spannend: Reißzwecken halten endlich Einzug ins Spiel. Sie im Ring zu verteilen und den Gegner darauf zu werfen sorgt für spektakuläre Momente, die an legendäre Wrestling-Szenen erinnern. Dazu kommen neue Gegenstände wie Einkaufswagen und die Möglichkeit, mehrere Tische zu stapeln – perfekt für chaotische und besonders zerstörerische Hardcore-Matches.

Neue Matcharten und ein Showcase rund um CM Punk

Wie in der Serie üblich, bringt auch WWE 2K26 neue Matchregeln ins Spiel. Zu den spannendsten Ergänzungen gehört das Inferno Match, bei dem der Ring von Flammen umgeben ist. Ziel ist es, den Gegner ins Feuer zu stoßen – und da die Flammen im Laufe des Kampfes immer intensiver werden, steigt die Spannung bis zum entscheidenden Moment. Auch das Dumpster Match kehrt zurück: Gewonnen wird hier, indem du deinen Gegner in einen Müllcontainer wirfst und den Deckel schließt. Ein weiteres Highlight ist Three Stages of Hell, ein Match aus drei aufeinanderfolgenden Kämpfen mit unterschiedlichen Regeln. Der Clou: Der Schaden aus den vorherigen Runden bleibt bestehen, wodurch Ausdauer und Strategie eine wichtige Rolle spielen. Besonders gelungen ist außerdem das I Quit Match. Hier gibt es weder Pins noch Submissions – du gewinnst nur, wenn dein Gegner aufgibt und „I Quit“ sagt. Ein Timing-basiertes Minispiel simuliert dabei den steigenden Druck während des Kampfes und macht das Duell zunehmend intensiver. Der diesjährige Showcase-Modus stellt eine der prägendsten Figuren der modernen WWE in den Mittelpunkt: CM Punk. Unter dem Titel „Punked“ erlebst du seinen Aufstieg, seine Rebellion und seine Rückkehr aus einer persönlicheren Perspektive. Anders als in früheren Showcases geht es nicht nur darum, ikonische Momente nachzustellen. Punk selbst kommentiert die Ereignisse mit seinem typischen, bissigen Humor und teilt persönliche Anekdoten. Besonders interessant sind die „Was wäre wenn“-Szenarien, in denen alternative Versionen wichtiger Momente seiner Karriere gespielt werden können. Das Spiel erzählt also nicht nur Punks Geschichte, sondern interpretiert sie teilweise neu. Ergänzt wird das Ganze durch den Gauntlet-Modus, eine Ausdauer-Herausforderung gegen eine Reihe von Gegnern. Dabei kannst du nicht nur als CM Punk antreten, sondern auch als AJ Lee, was zusätzliche Abwechslung bringt. Das Ergebnis ist ein Showcase, der weniger wie ein Museum wirkt, sondern eher wie eine persönliche, neu erzählte Geschichte einer der bekanntesten Figuren der WWE.

The Island wächst – mehr Inhalte, mehr Möglichkeiten

Der Modus The Island, der im letzten Jahr erstmals eingeführt wurde, spaltete die Community: Einige fanden die Idee spannend, andere konnten damit wenig anfangen. In WWE 2K26 kehrt er nun in einer erweiterten und überarbeiteten Version zurück. Die Insel wirkt größer und lebendiger, mit mehr Aktivitäten, Missionen und Begegnungen. Du kannst die Umgebung frei erkunden, Herausforderungen annehmen und mit anderen Superstars interagieren – wodurch sich der Modus eher wie ein sozialer Treffpunkt als eine einfache Reihe von Matches anfühlt. Eine der deutlichsten Verbesserungen betrifft die Interaktionen mit den Wrestlern. Während Gespräche früher oft nur über Textfenster liefen, sind viele Dialoge jetzt vollständig vertont, was die Atmosphäre deutlich aufwertet. Auch das Fortschrittssystem wurde überarbeitet: Zu Beginn entscheidest du dich für eine von drei Fraktionen, angeführt von Rhea Ripley, Cody Rhodes oder CM Punk. Diese Wahl beeinflusst deinen Weg auf der Insel und sorgt für ein stärkeres Gefühl von Zugehörigkeit. Trotzdem bleibt The Island ein Modus, der nicht jeden überzeugen wird – manche Spieler sehen darin eine willkommene Abwechslung, andere bleiben lieber bei den klassischen Modi der Reihe. Insgesamt bietet WWE 2K26 jedoch mehr Inhalte als viele seiner Vorgänger. Der Kader umfasst über 400 spielbare Superstars aus RAW, SmackDown und NXT sowie zahlreiche Legenden der WWE-Geschichte. Auch die bekannten Modi wurden erweitert: Universe führt endlich den offiziellen Draft ein, mit dem du Kader neu organisieren und eigene Shows gestalten kannst, während MyGM zusätzliche strategische Optionen und größere Events ermöglicht. Abgerundet wird das Paket durch eines der umfangreichsten Editor-Systeme der Serie. Im Modus „Mein Superstar“ kannst du dein eigenes Gesicht importieren, den Körper mit detaillierten Morphing-Werkzeugen anpassen und nahezu jedes Detail deines Wrestlers verändern. Auch die Community-Funktionen wurden ausgebaut: Bis zu 200 eigene Superstars und 2.000 hochladbare Bilder sind möglich. Für Spieler, die gerne eigene Roster erstellen oder Inhalte aus der Community nutzen, eröffnet das enorme kreative Möglichkeiten.

Battle Pass und ein solides Gesamtpaket

Zu den kommerziellen Neuerungen von WWE 2K26 gehört der Bordo Ring Pass, eine Art Battle Pass, der das Spiel auch nach der Veröffentlichung über mehrere Monate hinweg erweitert. Darin enthalten sind verschiedene DLC-Pakete mit neuen Superstars, Arenen und kosmetischen Inhalten. Im Grunde funktioniert er wie ein klassischer Season Pass: Mit dem Kauf erhältst du Zugang zu allen geplanten Zusatzinhalten des Jahres – teilweise früher oder exklusiv. Für große WWE-Fans ist das eine gute Möglichkeit, den Kader regelmäßig mit neuen Wrestlern und legendären Figuren zu erweitern, während Spieler, die sich nur auf das Basisspiel konzentrieren wollen, den Pass problemlos ignorieren können. Unterm Strich ist WWE 2K26 vielleicht kein revolutionärer Serienteil, aber einer, der deutlich zeigt, wie stabil sich die Reihe inzwischen entwickelt hat. Das Gameplay fühlt sich solide an, die Präsentation ist spektakulär und der Umfang an Inhalten beeindruckend. Wenn zukünftige Teile diesen Weg weitergehen, könnte die Serie die Probleme der vergangenen Jahre endgültig hinter sich lassen.

Trailer:


Fazit

Mit WWE 2K26 entwickelt Visual Concepts die in den letzten Jahren aufgebaute Formel konsequent weiter. Ohne die grundlegenden Mechaniken der Serie komplett zu verändern, erweitert das Spiel nahezu jeden Bereich des Erlebnisses: neue Matcharten, eine dynamischere Präsentation, verbesserte Physik und ein riesiger Kader sorgen dafür, dass sich dieser Teil besonders umfangreich anfühlt. Das Ergebnis ist ein Wrestling-Spiel, das den spektakulären Charakter der WWE-Shows besser einfängt als viele seiner Vorgänger. WWE 2K26 ist vielleicht kein radikaler Neuanfang, aber eine sehr starke Weiterentwicklung – und ein klares Zeichen dafür, dass sich die Reihe weiterhin auf einem vielversprechenden Weg befindet.


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